Portrait und Geschichte

unsere Genossenschaft

Vereinigte Leipziger Wohnungsgenossenschaft eG

Portrait

Vor 90 Jahren haben sich unsere Gründungsväter auf die Fahne geschrieben, sicheren und bezahlbaren Wohnraum mit Komfort zu schaffen. Dieser Anspruch, verbunden mit einer hohen Zufriedenheit unserer Mitglieder, gilt noch heute und ist eine stete Herausforderung für uns in der Vereinigten Leipziger Wohnungsgenossenschaft eG (VLW).

Am 05. Juli 1922 wurde die Wohnungsgenossenschaft im Städtischen Kaufhaus zu Leipzig als „Baugenossenschaft für die Reichsfinanzbeamten in Leipzig“ gegründet. Nach weiterer Umbenennung und häufig wechselnden Bedingungen gehören wir heute mit mehr als 6.400 Wohnungen in Leipzig und Umgebung sowie circa 8.100 Mitgliedern zu den großen Wohnungsunternehmen der Region. Das Unternehmensziel besteht im Erhalt, der Sanierung und Modernisierung der  Immobilien sowie in der Verwaltung und Vermietung derselben.

Dazu zählt vor allem auch die individuelle Betreuung und Beratung unserer Mitglieder durch die insgesamt 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Unternehmens. Auf Grund der Größe unserer Wohnungsgenossenschaft sind wir imstande, alle Wohnwünsche zu erfüllen – unabhängig davon, ob es sich um die preiswerte Singlewohnung für den „Wohneinsteiger” oder die zeitgemäß sanierte Wohnung für Familien mit Kindern handelt. Diese bieten wir in 20 Leipziger Stadtteilen sowie in Schkeuditz an. Die von uns mit unseren Mitgliedern geschlossenen Dauernutzungsverträge bieten eine lebenslange und eigentumsähnliche Sicherheit. Am 04. Dezember 2006 wurde durch den Vorstand der VLW das Tochterunternehmen VLW-Gebäudeservice GmbH gegründet mit dem Zweck der umfassenden Betreuung von Grundstücken und Gebäuden.

Die VLW,

eine Leipziger Erfolgsgeschichte.

Am 05. Juli 1922 wurde die Wohnungsgenossenschaft im Städtischen Kaufhaus zu Leipzig als „Baugenossenschaft für die Reichsfinanzbeamten in Leipzig“ gegründet. 57 Finanzbeamten stellten die Weichen in einer Zeit, die der Wohnungsnot und Landflucht gekennzeichnet waren, für die heutige VLW eG.
Das Ziel unserer Gründungsväter war sicheren, bezahlbaren Wohnraum auch für künftige Generationen zu schaffen und zu erhalten. Diesem Vorhaben fühlen wir uns bis zum heutigen Tage verpflichtet.

Fritz Riemann prägt die Anfangsjahre

Als absoluter Glücksgriff in den Gründerjahren der Genossenschaft war der Leipziger Architekt Fritz Riemann (1881-1955). Er stand vor der Herausforderung, Wohnungen zu entwerfen, die dem unterschiedlichen sozialen Milieu der Mitglieder entsprachen.

Auf der anderen Seite sollten sie aber auch so ausgestattet sein, dass sie einen selbstgestellten Mittelstandard erreichten. Alle Wohnungen hatten ein Bad und Innenklosett. Ein Standard, der Anfang der 20er-Jahre alles andere als normal war. Zudem hatte jede Wohnung eine von der Küche aus begehbare Loggia. Die nach Riemanns Entwürfen gebauten Wohnhäuser prägten lange Zeit das Gesicht der Genossenschaft.

Der Spatenstich für die ersten Wohnhäuser der Genossenschaft war am 1. April 1923 in der Leipziger Renkwitzstraße. In der Renkwitzstraße 2/ Coppistraße 30 befand sich die erste Geschäftsstelle.

Übrigens:
Große Teile davon sind auch heute noch im Besitz der VLW. Eine seiner ersten Projekte saniert die VLW seit März 2017. Die Wohnanlage Renkwitzstraße 10-12/ Krokerstraße 11-15 wird im Juni 2018 fertiggestellt sein. Fritz Riemann zu Ehren wird sie, zusammen mit dem bereits vor über zehn Jahren fertiggestellten Teil, „Riemann Quartier“ heißen.

Die Baugenossenschaftssparkasse

Interessant:

Durch die schwierige ökonomische Situation in Deutschland zu jener Zeit wurden Löhne und Gehälter nur noch in Raten gezahlt. Das führte dazu, dass auch die Mieten nur noch als Teilzahlung geleistet werden konnten. Trotzdem überwiesen 99 Prozent ihre Mieten pünktlich.

Um die Folgen der Weltwirtschaftskrise abzumildern, gründete die Genossenschaft 1930 eine Baugenossenschaftssparkasse. Diese Sparkasse arbeitete nach genossenschaftlichen Grundsätzen. Darauf vertrauten die Mitglieder und legten ihr Kapital bei der Genossenschaft an. Dadurch wurde das Betriebskapital des Unternehmens erheblich gestärkt und Mieterhöhungen blieben den Mitgliedern erspart.

Anfang der 30er-Jahre half das starke Gemeinschaftsgefühl der Genossenschaft. Besser gestellte Mitglieder gewährten Baukostenzuschüssen und ermöglichten dadurch den weiteren Bau von Wohnhäusern.

Genossenschaft während des Nationalsozialismus

Die Zeit während des Nationalsozialismus war für die Wohnungsgenossenschaften keine einfache. Es gab zahlreiche politisch motivierte Zwangsfusionen. So wurde die damalige Baugenossenschaft der Reichsfinanzbeamten mit der Tauchauer Genossenschaft für Kleinwohnungsbau e.G.m.b.H. fusioniert. 1932 wurde die Satzung geändert und es entfiel die Mitgliedschaft abhängig vom Berufsstand. Die Genossenschaft öffnete sich damit für ein breiteren Interessentenkreis.

Aufgrund der daraus steigender Mitgliederzahlen beschloss die Genossenschaft 1937 die Generalversammlung durch eine Vertreterversammlung zu ersetzen. Gleichzeitig manifestierte ein neuer Name die fünf Jahre zuvor beschlossene Öffnung. Fortan hieß sie Gemeinnützige Wohnungs-Baugenossenschaft in Leipzig e.G.m.b.H. (GEWOBA).

1942 wechselte die Geschäftsstelle in die Hartzstraße 2. Auch der Umbau des ehemaligen Verwaltungsgebäudes zum Geschäftssitz wurde durch Fritz Riemann geleitet.

Während des Krieges blieb auch die GEWOBA nicht vor Verlusten verschont und zahlreiche Wohnungen wurden zerstört.

Nachkriegszeit

Der Wiederaufbau begann ab 1947. Wie sollte es anders sein: aus eigenen Kräften und mit Hilfe des eigenen Regiebetriebes. Ab 1949 begann die Genossenschaft mit einem Mitteilungsblatt über ihre Aktivitäten zu berichten. Das Blatt gibt es als Umschau noch heute.

Sozialistische Genossenschaft

Um auch im Sozialismus auf einer sicheren Basis stehen zu können, war die Genossenschaft gezwungen, sich als sozialistische Genossenschaft umzufirmieren. Im Gegenzug gab es dringend notwendige Erleichterungen wie Wegfall von Steuern, Erbbauzinsen oder Zinsen für Kredite bei Kreditinstituten der DDR. Gleichzeitig wurde die Genossenschaft erst dadurch am staatlich organisierten Wohnungsbau beteiligt. Die Umfirmierung wurde am 8. Dezember 1957 beschlossen. In den 60er und 70er-Jahren wurde die GEWOBA eine der größten Wohnungsgenossenschaften Leipzigs. Ermöglicht wurde das durch zwei erneute Fusionen mit der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Leipziger Mieter (BLM) und der Gemeinnützigen Mieterbaugesellschaft mbH.

Auch heute zeigen Initialen in Wohnhäusern die ursprüngliche Herkunft, beispielsweise im Lindenauer Radius Hof. 1976 wurde aus der gemeinnützigen sozialistischen Wohnungsbaugenossenschaft GEWOBA die AWG „Paul Kloß“. Notwendig wurde die abermalige Veränderung dadurch, dass die Genossenschaft zahlreiche Fördermöglichkeiten nutzen wollte, um am sozialistischen Wohnungsbauprogramm teilnehmen zu können. Das versprach vor allem Neubauten, denn Wohnungen waren absolute Mangelware. AWGs wurden als Partner der der Wohnungsbaukombinate bevorzugt und es galt, viele Mitglieder mit Wohnraum zu versorgen. Daher beschloss die Vertreterversammlung zu Umfirmierung zum 1. November 1976.

Im Zuge der gestiegenen Anzahl an Wohnungen baute die AWG den Regiebetrieb zu einem Bauhof um und richtete in den verschiedenen Wohnkomplexen Reparaturstützpunkte ein. Bis 1988 übernahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofes kleine und größere Reparaturen auf den Grundstücken der Genossenschaft.

Die Vereinigte Leipziger Wohnungsgenossenschaft eG

Die politischen Veränderungen 1989 brachten eine erneute und die vorerst letzte Veränderung für die Genossenschaft. Am 5. November 1990 verabschiedete die Vertreterversammlung eine neue Satzung und änderte ihren Namen zu Vereinigte Leipziger Wohnungsgenossenschaft eG (VLW). Passender hätte die Wahl bei der bewegten Geschichte nicht sein können.

In den Folgejahren gab es viele Herausforderungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Grund und Boden musste gesichert werden und eine Vielzahl an neuen Regelungen kam zur Anwendung. Hinzu kam ein erheblicher Sanierungsbedarf der vielen, denkmalgeschützen Altbaubestände. Dafür waren erhebliche Kreditaufnahmen und ein hoher Einsatz an Eigenkapital notwendig. Viele Wohnungen und Wohnhäuser konnten dadurch saniert oder teilsaniert werden, aber das Ganze hatte seinen Preis.

Es folgten viele Jahre der Konsolidierung, in denen die Genossenschaft im Interesse aller Mitglieder und für die erfolgreiche Bestandsentwicklung schwierige Zukunftsentscheidungen treffen musste. Zahlreiche Wohnungen wurden veräußert. So trennte sich die VLW nicht nur von Leipziger Beständen. 2013 wurden auch die Tauchaer Häuser verkauft, so dass die Genossenschaft heute nur noch in Leipzig und Schkeuditz Wohnungsbestand hat. Die Erlöse nutzte die VLW für die Tilgung von Krediten sowie für Investitionen in den eigenen Bestand. Dadurch sicherte die Genossenschaft ihre Zukunftsfähigkeit.

Im Dezember 2006 wurde die VLW-Gebäudeservice GmbH als 100-prozentiges Tochterunternehmen gegründet. Die Hauswarte und Unterhaltsreiniger sind seit dem für die Reinigung und Pflege der Häuser und Wohnanlagen zuständig.
 
2010 erhielt die Genossenschaft ein neues Erscheinungsbild mit der Bezeichnung „Gute Adresse“ und wurde damit zu einem unverwechselbaren Markenzeichen in Leipzig.
 
Ab 2015 startete die VLW mit den Planungen für die Sanierung von bis dato stillgelegten Beständen und setzte die Segel in Richtung Zukunft. 2017 beginnend revitalisiert die Genossenschaft gut 400 Wohnungen in Gohlis, Eutritzsch und Lindenau und investiert dabei etwa 45 Millionen Euro.
 
Zum 90. Gründungsjubiläum und anlässlich des UNO-Jahres der Genossenschaften präsentierte die VLW eG das Buch „Gute Adresse 90“. Die Genossenschaft blickt darin auf ihre wechselvolle Geschichte zurück. Das Buch wurde gemeinsam mit Mitgliedern und dem Sächsischen Wirtschaftsarchiv e.V. erarbeitet.

Unsere Satzung

aktueller Stand 08.08.2017


Unsere Satzung wurde durch die Vertreterversammlung am 09.06.2017 beschlossen. Die Neufassung der Satzung ist am 08.08.2017 eingetragen worden.

Unter nachfolgendem Link finden Sie die aktuelle Fassung unserer Satzung: